Motor repariert (R. Bollmann)

Hallo liebe Mitseglerinnen und Mitsegler

Nach der Motorpanne am Wo Ende 11./12. Juni konnte ich mich diese Woche, nach meiner Rückkehr von Kroatien, der Sache annehmen.

Zuerst eine kurze technisch Einführung.
Vom Niedergang aus gesehen sieht man zuerst den Motorblock mit dem Zylinderkopf, die Diesel-Einspritzdüse und auf der linken Seite den Auspuffkrümmer mit Wasserein-spritzung. Hinter dem Motorblock ist von oben nach unten der Anlasser-Magnet-
schalter, der Anlasser ( schwarz) die Seewasserpumpe und zuunterst die Wellenachse mit einem Gummielement als Gelenk und zur Schlagdämpfung.


Nach der vorgefundenen Situation wird sich der Vorgang folgendermassen abgespielt haben:
Die einen drei Schrauben dieses Gelenkes haben sich durch den Betrieb teilweise gelöst und das Element bekam in der Folge eine massive Unwucht. Der eine Befestigungs-flansch des Element schlug bei jeder Umdrehung gegen die Wasserpumpe bis deren Befestigungsschrauben aus dem Gussflansch ausgerissen waren und die Pumpe ohne Antrieb in den Schläuchen hing. Damit war die Kühlung ausser Betrieb und der Motor lief heiss. Das Getriebeöl lief durch das entstandene Loch aus und vermischte sich mit Kühlwasser in der Bilge.


Schadensbehebung:
Abhängen der Schläuche, Demontage der Wasserpumpe und des gusseisernen Flan-sches hinter dem Getriebe.
Anfertigen von Gewindebuchsen (M8x0,75 //M6) und korrektes Einsetzen in den Flansch. Die ausgebrochen Gussstellen reparieren und planschleifen. Die Auflageflächen der Wasserpumpe planschleifen und Neuanfertigung der Dichtungen. Zusammenbauen, Wasserschläuche ersetzen, Ersatz des Impellers, Motoren- und Getriebeöl auffüllen, Auf-füllen des Wellenlagerbehälters mit Bremsöl, Zuleitung zur Kollektoreinspritzung erset-zen, Auspuffschläuche zwischen Kollektor und Auspufftopf sowie Auspufftopf und Schwanenhals ersetzen da durchgebrannt.


Fazit:
Bei den kritischen Schrauben habe ich nun Federringe zur Sicherung montiert.

Das Vorgehen von Verena und Ruedi war richtig indem sie den Motor sofort abstellten als die rote Warnlampe aufleuchtete. Der Schadenshergang verlief vermutlich innert Se-kunden da der Motor mit ca. 600 U/min im Leerlauf dreht. Nach dem Anblick der Aus-puffschläuche muss eine sehr grosse Hitze entstanden sein. Ein Brandgefahr bestand somit konkret.


Am 23.06.06 habe ich das Boot benützt und den Motor ausgiebig laufen lassen. Der Motor ist nun in Ordnung und die AMAZONAS steht wieder zur Verfügung.

Ich wünsche schöne Stunden auf dem See und viel Vergnügen.

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